2 Pädagogische Prinzipien und Grundsätze

 

2.1 Bild des Kindes / Rolle der Erzieher*innen

 

Das Kind steht im Kindergarten Farbenfroh im Mittelpunkt. Die pädagogischen Kräfte sehen jedes Kind als einen einzigartigen Menschen, der die Welt entdeckt und vielseitiges Wissen aneignet.

Dabei wird die Vielfältigkeit der Kinder aufgrund ihres Geschlechts, Alters, unterschiedlicher sozialer oder kultureller Herkunft berücksichtigt. Ebenfalls werden psychische und physische Besonderheiten sowie der Einfluss sich wandelnder Lebensbedingungen beachtet.

 

Wir gestalten den Alltag mit den Kindern zusammen. Jedes einzelne Kind wird als „Akteur seiner selbst“ betrachtet. Es wird zur Hauptfigur seiner persönlichen Entwicklung.

Der Lernprozess kann sich nur über das Kind selbst entfalten.

 

Das Kind ist ein Teil einer Gemeinschaft. Deshalb benötigt jedes Kind umfangreiche Gelegenheiten mit allem, was das gemeinsame Leben ausmacht, in Berührung zu kommen.

 

Jedes Kind ist einzigartig und aus diesem Grund besonders. Es hat die Möglichkeit die Dinge zu ertasten, zu erforschen und spielend zu erproben. Das Tempo und die Reihenfolge der Wiederholungen bestimmt das Kind selbst.

 

Die Aufgaben der Erzieher*innen bestehen darin, das Kind im „Hier“ und „Jetzt“ entsprechend seiner individuellen Fertigkeiten, Fähigkeiten und Begabungen zu unterstützen und zu fördern. Die pädagogischen Fachkräfte streben danach, die Besonderheiten jedes Kindes zu erfassen. Sie gestalten geeignete Lernumgebungen unter Berücksichtigung der Individualität der Kinder. Diese lernen voneinander und miteinander.

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2.2 Pädagogisches Konzept

 

2.2.1 Pädagogischer Ansatz

 

In unserer Einrichtung arbeiten wir nach dem lebensorientierten Ansatz (vgl. Prof. Dr. N. Hupperts). Dieser beinhaltet die folgenden 6 großen Werte:

2.2.2 Sächsischer Bildungsplan

 

In unserer täglichen pädagogischen Arbeit orientieren wir uns am Konzept des Sächsischen Bildungsplans. In diesem befinden sich unter anderem sieben Bildungsbereiche, welche miteinander in Verbindung stehen und unsere Arbeit zu einem ganzheitlichen Prozess machen. Diese Bereiche umfassen im Einzelnen:

 

- Die Somatische Bildung:

Alle Bildungsaspekte die den Körper, wie Gesundheit, die Ernährung oder die Bewegung betreffen. Hier spielt auch das allgemeine Wohlbefinden eine wichtige Rolle.

 

- Die Soziale Bildung:

Alle Bildungsaspekte, die das soziale Miteinander betreffen. Inhalte wie die Ausbildung von Werte- und Normvorstellungen sowie das Bilden einer eigenen Meinung, aber auch die Entwicklung eines sozialen Miteinanders stehen hier im Vordergrund.

 

- Die Kommunikative Bildung:

Dieser Bereich beschäftigt sich mit den Formen der Kommunikation, sowohl der Sprache, als auch der nonverbalen Verständigung. Auch Schrift und Medien haben hierbei eine wichtige Bedeutung.

 

- Die Ästhetische Bildung:

Alle Aspekte die den ästhetischen Ausdruck betreffen. Hierzu zählen der Tanz, die Musik und das bildnerische Gestalten und damit verbundene, verschiedene Gestaltungstechniken.

 

- Die Mathematische Bildung:

Dieser Bereich beschäftigt sich mit der Entwicklung der mathematischen Vorstellung. Inhalt dessen ist die Aneignung eines Zahlenverständnisses, das Messen, Wiegen oder Vergleichen von Mengen und auch die Vorstellung von der Geometrie.

 

- Die Naturwissenschaftliche Bildung:

Dieser Bereich beschäftigt sich mit dem Entdecken der Natur, der Umwelt und weiteren Naturwissenschaften.

 

- Religiöse Grunderfahrungen und Werteentwicklung:

Die Auseinandersetzung mit dieser Dimension des Lebens, beinhaltet nicht nur die Sinnfrage sondern auch die Auseinandersetzung mit multikultureller Vielfalt.

2.2.3 Planung und Dokumentation

 

Beobachtungen und Dokumentationen sind Arbeitsgrundlage für pädagogische Fachkräfte im Hinblick auf Begleitung und Unterstützung kindlicher Lern-. und Bildungsprozesse.

Dokumentation dient dazu die Selbst-, Sozial- und Sachkompetenz eines Kindes zu verfolgen und festzuhalten. Dadurch wird die pädagogische Arbeit für Eltern, Kinder und Erzieher*innen transparent gestaltet und gewährt die Teilhabe und aktive Mitgestaltung an der Entwicklung der Kinder. Die Dokumentation kann in verschiedenen Arten präsentiert werden, so z.B. im Portfolio, sprechenden Wänden, Wochenplänen, Kitazeitung, Projektplanung…

 

Die Planung ist ein vorausschauender Prozess. Er besteht aus der Bestimmung von Zielen und der Auswahl der Mittel um diese Ziele zu erreichen.

Planung dient dazu pädagogische Angebote individuell auf die Interessen und den Entwicklungsstand der Kinder abzustimmen sowie als orientierende Struktur in den Tagesablauf einzufließen. Dabei beinhalten die geplanten pädagogischen Angebote alle Bildungsbereiche des Sächsischen Bildungsplanes um eine ganzheitliche Entwicklung zu fördern.

 

2.2.4 Bildungs- und Lerngeschichten

 

Die Bildungs- und Lerngeschichten sind ein Teil des Sächsischen Bildungsplans. Hierbei geht es um die Erzählung von Bildungsprozessen eines Kindes. Eine Bildungs- und Lerngeschichte besteht aus drei unterschiedlichen Beobachtungen. Pro Schuljahr entsteht somit mindestens eine Lerngeschichte.

Ziel ist es, sich Lernprozessen der Kinder durch gezielte Beobachtungen und Dokumentationen zu nähern und das Lernen in angemessener Weise zu unterstützen.

 

Ein weiteres Ziel ist es, die Lerngeschichte des Kindes gemeinsam mit Eltern, Kindern und den Erzieher*innen wiederholend zu betrachten, zu reflektieren und Impulse zu weiteren

Entwicklungsschritten zu geben.

2.2.5 Inklusive Pädagogik

 

Das Team der Kindertageseinrichtung hat sich auf den Weg gemacht, um den Gedanken der Inklusion in Ihrer Arbeit leben zu lassen. Dabei liegt das Augenmerk auf dem Erkennen und Akzeptieren von Unterschiedlichkeit und dem Bereitstellen individueller Möglichkeiten und Bedingungen, welche jedes Kind in seiner Entwicklung zu einer selbstbewussten und selbstbestimmten Persönlichkeit unterstützt. Teilhabe und Chancengleichheit für alle Kinder stellen in unserer pädagogischen Arbeit die Grundmauern da. Wir verstehen den Erziehungsauftrag nicht nur für Kinder mit und ohne Behinderung sondern in der erweiterten Perspektive, für alle Kinder in ihrer ganzen Vielfalt von Heterogenitätsmerkmalen.

 

Die Umsetzung im Tagesablauf beschreibt sich wie folgt: Jedes Kind wird individuell betrachtet und spezifisch in seiner Entwicklung begleitet und unterstützt. Es finden gruppenübergreifende Angebote für alle Kinder in Betrachtung ihres Entwicklungsstandes statt. In Gruppenkooperationen haben das gemeinsame Spiel- und Aktionszeiten ihren Platz.

 

Der Aufenthalt im Freien ermöglicht allen Kindern einen gemeinsamen sozialen Interaktionsraum. Bei Festen und Feiern werden die individuellen Besonderheiten beachtet. Im gesamten Tagesablauf erhalten alle Kinder die Möglichkeit, sich auf verschiedenen Ebenen zu beteiligen…

 

Die Umsetzung einer inklusiven Pädagogik ist ein immer fortwährender gesellschaftlicher Prozess. Dieser bedeutet die stete Betrachtung, Barrieren in Bildung und Erziehung für alle Kinder auf ein Minimum zu reduzieren.

2.2.6 Sprache

 

Ab dem Jahr 2011 bis 2016 beteiligte sich die Kindertageseinrichtung am Bundesprogramm „Sprache und Integration“. Seit Anfang 2016 nehmen wir als Team an dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas – weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil. Besonders hier steht die sprachliche Bildungsarbeit im Alltag der Kindertageseinrichtung im Mittelpunkt. Zusätzlich werden die Schwerpunkte der inklusiven Pädagogik und der Zusammenarbeit mit den Familien der Kinder näher betrachtet und im Alltag manifestiert.

 

Die sprachliche Bildungsarbeit im Alltag der Kindertageseinrichtung umfasst eine ganzheitliche Grundhaltung gegenüber den Kindern, den Eltern und den pädagogischen Fachkräften. In allen Bereichen wird daher strukturiert hinterfragt, wie kann sprachliche Bildungsarbeit stattfinden. Konkrete Schwerpunkte sind dabei:

     - Erstspracherwerb / Zweitspracherwerb

     - Professioneller Umgang mit Büchern und anderen Medien

     - Dialogische Bilderbuchbetrachtung

     - Gestaltung der Gesprächskultur im Kita-Alltag

     - Szenische Spiele und Rollenspiel

     - Früherkennung von Sprachverzögerungen und Sprachstörungen beim   

        Spracherwerb

     - Zusammenhang von Sprache und Bewegung, Sprache und Musik

     - Bildungs- und Lerngeschichten als Beobachtungs- und

        Dokumentationsverfahren

     - Gestaltung der Bildungsumgebung

     - Medienbildung

     - Nutzung bestehender Netzwerke

     - Kommunikationsstrategien innerhalb des Teams

     - Aspekte inklusiver Pädagogik

     - Info und Einbeziehung der Eltern zu Inhalten der alltagsintegrierten

        Sprachbegleitung

 

In der Zusammenarbeit der FKfS, den pädagogischen Mitarbeiter*innen, den Kindern und Eltern konnten, unter den konzeptionell festgelegten Schwerpunkten, folgenden Dinge in unserer Kindertageseinrichtung installiert werden.

 

1. Alltagsintegrierte sprachliche Bildung

 

Die sprachliche Bildung ist gekoppelt an alle Bildungsbereiche und findet demzufolge bewusst im gesamten Tagesablauf statt. Die Fachkraft für Sprache (FKfS) unterstützt und begleitet die pädagogischen Mitarbeiter*innen durch Hospitationen im Alltag. In aufgezeichneten Videosequenzen werden diese durch eine wertschätzende Reflektion und Anleitung zur Selbstreflektion begleitet. Gleichzeitig werden diese Sequenzen zur Beobachtung, Reflektion und Dokumentation von kindlichen Lernentwicklungen genutzt. Sie besucht regelmäßig die Gruppen und begleitet und bietet sprachlich begleitete Projekte und/ oder Angebote an. Dafür wurden verschieden Sprachmaterialien angeschafft.

 

Das wurde installiert: Gemeinsam mit den Schulanfängern wurde jede einzelne Stufe im Haus mit Buchstaben und Zahlen versehen. In Zusammenarbeit mit den Kindern ist ein visueller Speiseplan in beiden Eingangsbereichen entstanden. Die FkfS, die pädagogischen Fachkräfte und die Kinder haben diesen fest in das Alltagsgeschehen installiert und dieser bietet nun täglich die verschiedensten Sprachanlässe. Weiterhin bietet die FkfS zu verschiedenen Anlässen Lesungen an z. B. am Tag des Buches, zu Festen und/ oder bei aktuellen Kita-Themen.

 

2. Inklusive Pädagogik

 

Das fachliche Verständnis der pädagogischen Fachkräfte ist entwickelt, dass Kinder unabhängig von Geschlecht, Religion, ethnischer Zugehörigkeit, Lernbedürfnisse, sozialer und ökonomischen Voraussetzungen das Recht auf individuelle Förderung und Teilhabe haben.

 

Das wurde installiert: In unserer Kindertageseinrichtung gibt es Kinderkonferenzen, kurz „KiKo“, in regelmäßigen Abständen und zu den unterschiedlichsten Themen, welche die Kinder in ihren täglichen Abläufen, Interessen und Bedürfnissen berühren. Dabei darf und kann jedes Kind teilnehmen. Gesprächsinhalte sind z. B. Allgemeine Befragungen zur Zufriedenheit in der Kita, Gartengestaltung, Gestaltung von Festen und Feiern u.v.m. Die Ergebnisse werden in verschiedenen Formen festgehalten. Dazu können die Kinder malen, es wird ein Gesprächsprotokoll geführt, videografiert und/oder Fotos gemacht. Präsentiert wird dies an der Kinderkonferenzwand im Lichthof oder in den Teamberatungen.

 

Die Eingangstüren wurden mit Schriftzügen „Willkommen“ in verschiedenen Sprachen versehen. Die Nebenräume wurden durch Schrift erkennbar gezeichnet. Die FKfS erstellte für jedes Kind einen persönlichen Kinderausweis. Auf ihm sind alle wichtigen Daten hinterlegt. In Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern entstand ein Memory-Spiel in arabischer und deutscher Sprache.

 

3. Zusammenarbeit mit Familien

 

Die Fachkraft für Sprache berät und unterstützt Familien in ihrer Erziehungs- und Bildungsaufgabe durch Angebote der Familienbildung.

Das wurde installiert: An festen Stellen in den Häusern informiert die FkfS durch Aushänge und/oder sprechende Wände über die Inhalte des Bundesprojektes und ihr tägliches Tun. Die FKfS begleitet Elternabende, Feste und Feiern. Der Tagesablauf in den Gruppen wurde visuell festgehalten und in verschiedenen gruppeninternen Veranstaltungen den Familien vorgeführt. Gemeinsam mit der Unterstützung der Eltern konnte in der Kindertageseinrichtung eine Kinderbibliothek eingerichtet werden. Die Eltern stellten und stellen viele verschiedene Medien zur Verfügung und unterstützten bei der Raumgestaltung. Im Vormittagsbereich nutzen die Gruppen die Bibliothek und einmal wöchentlich wird diese von Großeltern am Nachmittag geöffnet und bietet den Eltern gemeinsam mit ihren Kindern die Möglichkeit in den Büchern zu stöbern und diese auszuleihen. Dabei werden die Besucher stetig mehr.

2.3 Aufnahme und Eingewöhnung

 

Das Aufnahmegespräch führt die Leiterin der Einrichtung. Die Eltern erhalten die notwendigen Formulare und werden mit der Hausordnung vertraut gemacht. Anschließend wird den Eltern die Einrichtung vorgestellt um erste Eindrücke und Informationen zu vermitteln.

 

Der erfolgreiche und vom Kind positiv erlebte Start in die neue Lebensphase ist die Basis für das dauerhafte Wohlbefinden des Kindes in der Kindertageseinrichtung und dem Erfolg der kindbezogenen, pädagogischen Arbeit.

 

2.4 Konzeptionen

 

2.4.1 Kleinstkinder

 

Die Eingewöhnungszeit beträgt 4 Wochen. Am ersten Tag findet die „Kennenlernstunde“ zwischen Eltern, Kind und Erzieher*in statt. Diese Zeit wird für den Informationsaustausch, welche das Kind und die Gruppe betreffen, genutzt.

 

Die nächsten Tage kommt das Kind mit einem Elternteil für eine Stunde zum Spielen und Kennenlernen in die Gruppe. Während der ersten Trennungsphase ist die Bezugsperson jeder Zeit in der Kindertageseinrichtung erreichbar.

 

Der Aufenthalt des Kindes wird schrittweise und individuell abgestimmt und verlängert.

Während der Eingewöhnungszeit haben die Eltern und Erzieher*innen immer wieder Möglichkeiten zum Austausch, wobei Ängste und Unsicherheiten Raum haben.

 

In dieser Zeit ist jeweils eine pädagogische Fachkraft als stabile und vertraute Bezugsperson für das Kind zuständig.

 

2.4.2 Kinder ab 3. Lebensjahr

 

Übergänge sind in der Entwicklung der Kinder sehr prägende Situationen und stellen für sie eine große Herausforderung dar. Damit die Kinder gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen, ist es unabdingbar den Übergang vorzubereiten und zu begleiten. Aus diesem Grund besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Krippengruppe und den jeweiligen Kindergartengruppen.

 

Vorab führen die Erzieher*innen der Gruppe ein kurzes Gespräch mit den Eltern. In diesem Gespräch werden wichtige Informationen und die weitere Vorgehensweise besprochen. Individuell, je nach Befinden des Kindes, wird für den Wechsel eine Woche anberaumt. Der Übergang in die neue Gruppe erfolgt zeitlich gestaffelt. In Absprache mit den Kollegen wird nach der Woche entschieden, ob noch weitere Tage zur Eingewöhnung benötigt werden.

 

Kommt ein Kind aus einer anderen Einrichtung neu in unseren Kindergarten findet je nach Alter der Kinder eine individuelle Eingewöhnung statt. In dieser Zeit begleiten die Eltern ihr Kind. Die pädagogische Fachkraft bespricht mit den Eltern die Besonderheiten ihres Kindes. Sie unterstützt das Kind aktiv dabei, schnell Freundschaften zu schließen und sich im Alltag zu recht zu finden.

 

In unserer Kindertageseinrichtung können die Kinder in altersgemischten Gruppen, im Alter von 2,5 Jahren bis zum Schuleintritt, den Tagesablauf verbringen. Somit haben die Kinder, im sozialen Umgang miteinander die Möglichkeit, auf den verschiedensten Ebenen voneinander lernen.

 

Die Materialien in den Gruppeneinheiten werden den Bedürfnissen und Interessen der Kinder auf der Grundlage der Beobachtung des Spielverhaltens angepasst. Dabei werden diese in die Raumgestaltung einbezogen.

 

Der Tagesablauf unterliegt einer, den Kindern Sicherheit gebenden, Grundstruktur. Jedoch legen die Erzieher*innen auf Grund ihrer Beobachtungen gemeinsam mit den Kindern Themen für kleine oder große Projekte fest. Dabei ist es uns wichtig allen Kindern gleichberechtigt die Gelegenheit zur Interessens- und Themenäußerung zu geben, zu planen, zu gestalten bzw. Entscheidungen zu treffen. In der Projektarbeit bringt sich jedes Kind je nach ihrem Entwicklungsstand, Interesse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Prozess und das finden von Lösungen und Antworten ein.

 

Weiterhin können die Kinder an gruppenübergreifenden Aktivitäten teilnehmen, so z. B. die monatlichen AG- Angebote, das Freitagssingen, verschiedene Feste und Feiern, der Schulanfänger- Club, und/oder im gruppenübergreifenden Spiel. Ein ganzheitliches und demokratisches Bildungsverständnis spiegelt sich im gesamten Tagesablauf wieder.

 

2.4.3 Heilpädagogisches Konzept

 

Ziel und Aufgabe der heilpädagogischen Arbeit ist die Betreuung und Förderung von Kindern, welche entwicklungsverzögert oder einer Behinderung bedroht sind.

Das multiprofessionelle Team der Einrichtung begleitet und fördert die Kinder in ihrer individuellen Entwicklung.

 

Die pädagogische Arbeit erfolgt in Gruppen und in einzelnen Fördereinheiten. Auf Grund der Vielfalt der Behinderungsarten und Besonderheiten eines jeden einzelnen Kindes wird ganz konkret der Entwicklungsstand festgestellt und ein Förderplan erstellt.

Dabei werden folgende Bereiche individuell erfasst:

- Selbstständigkeit

- Sozialverhalten

- Motorik

- Sprache

- Kognition / Wahrnehmung

- Spielverhalten

- Ausdauer / Konzentration

 

Eine enge Zusammenarbeit erfolgt mit den Therapeuten des Interdisziplinären Frühförderzentrums, der Terra Nova Entdeckerschule, dem Sozialamt, dem SFZ Förderzentrums und dem Sozialpädiatrischen

Zentrums in Chemnitz.

 

Es besteht die Möglichkeit Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Wassertherapie, Sehfrühförderung und Therapie auf 4 Pfoten in unserer Einrichtung durchführen zu lassen. Dazu benötigen wir eine aktuelle Verordnung durch den Arzt.

 

2.4.4 Schulanfänger*innen

 

Bildung und Förderung sind grundlegende Aufgaben der frühkindlichen Betreuung unserer Kindertageseinrichtung.

Gesondertes Augenmerk wird im letzten Kita-Jahr auf einen erfolgreichen Start in die neue Lebensphase als Schulkind gelegt.

 

Eine enge Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtung, Familie und Schule trägt maßgeblich zum Gelingen eines am Kind orientierten Wechsels in die Schule bei.

In der Zusammenarbeit mit den Familien thematisieren die pädagogischen Fachkräfte in Elternabenden und Entwicklungsgesprächen die schulrelevanten Fähigkeiten ihres Kindes.

Sie stehen den Eltern bei Problemen, Wünschen und schulischen Entscheidungsfindungen beratend zur Seite.

 

Im Kita- Alltag erfolgt individuell in den Gruppen eine bewusste Gestaltung des Übergangs.

Zusätzlich vertiefen wir schulanfängerrelevante Bereiche 1x wöchentlich im Schulanfängerclub. Dazu stehen den Kindern spezifische lernfördernde materielle und räumliche Bedingungen zur Verfügung.

 

Gezielte Lernangebote werden unter Berücksichtigung der Partizipation der Kinder durchgeführt. Dafür werden ergänzend öffentliche Angebote genutzt. Vernetzungen bestehen unter anderem zur Stadtbibliothek, Naturschutzbund, Kinder- und Jugendfilmhaus, Solaris und verschiedenen Museen.

 

Bei allen Aktivitäten bestärken die Erzieher*innen die Kinder in ihrer wachsenden Autonomie und in der Bewältigung alltäglicher Anforderungen sowie der Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben..

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