2. Pädagogische Prinzipien und Grundsätze

 

2.1 Bild des Kindes

2.2 Rolle der Erzieher*innen

2.3 Pädagogisches Konzept

 

2.3.1 Pädagogischer Ansatz

 

In unserer Einrichtung arbeiten wir nach dem lebensorientierten Ansatz (vgl. Prof. Dr. N. Hupperts). Dieser beinhaltet die folgenden 6 großen Werte:

Wichtig für die pädagogische Arbeit ist zudem ein professionelles Nähe- und Distanzverhalten. Sie als Familie sind die engsten Bezugspersonen ihrer Kinder, daher obliegt es ausschließlich ihnen den Kindern Kose- und Spitznamen zu geben. Außer die Kinder wünschen explizit bei einer Abkürzung genannt zu werden (z.B. Max statt Maximilian). Nähe zu den Kindern ist immer pädagogisch begründbar und wird niemals zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse genutzt. Die pädagogischen Fachkräfte geben den Kindern die Nähe und Zuwendung, die die Kinder brauchen aber wahren dennoch die professionelle Distanz, sowie die Grenzen der Kinder und die eigenen Grenzen.

2.3.2 Sächsischer Bildungsplan

2.3.3 Planung und Dokumentation

 

Beobachtungen und Dokumentationen sind Arbeitsgrundlage für pädagogische Fachkräfte im Hinblick auf Begleitung und Unterstützung kindlicher Lern-. und Bildungsprozesse.

Dokumentation dient dazu die Selbst-, Sozial- und Sachkompetenz eines Kindes zu verfolgen und festzuhalten. Dadurch wird die pädagogische Arbeit für Eltern, Kinder und Erzieher*innen transparent gestaltet und gewährt die Teilhabe und aktive Mitgestaltung an der Entwicklung der Kinder. Die Dokumentation kann in verschiedenen Arten präsentiert werden, so z.B. im Portfolio, sprechenden Wänden, Wochenplänen, Projektplanung…

Die Planung ist ein vorausschauender Prozess. Er besteht aus der Bestimmung von Zielen und der Auswahl der Mittel um diese Ziele zu erreichen.

Planung dient dazu pädagogische Angebote individuell auf die Interessen und den Entwicklungstand der Kinder abzustimmen sowie als orientierende Struktur in den Tagesablauf einzufließen. Jedes Kind kann seine Interessen bei der Angebotsplanung mit einbringen und nimmt entsprechend dieser am pädagogischen Angebot teil. Dabei beinhalten die geplanten pädagogischen Angebote alle Bildungsbereiche des sächsischen Bildungsplanes um eine ganzheitliche Entwicklung zu fördern. Die pädagogische Fachkraft orientiert sich, bei der Teilnahme der Kinder, an deren Ressourcen und ebenfalls an den Richtlinien des sächsischen Bildungsplans.

 

2.3.4 Bildungs- und Lerngeschichten

 

Die Bildungs- und Lerngeschichten sind ein Teil des Sächsischen Bildungsplans. Hierbei geht es um die Erzählung von Bildungsprozessen eines Kindes. Eine Bildungs- und Lerngeschichte besteht aus drei unterschiedlichen Beobachtungen. Pro Schuljahr entsteht somit mindestens eine Lerngeschichte.

Ziel ist es, sich Lernprozessen der Kinder durch gezielte Beobachtungen und Dokumentationen zu nähern und das Lernen in angemessener Weise zu unterstützen.

Ein weiteres Ziel ist es, die Lerngeschichte des Kindes gemeinsam mit Eltern, Kindern und den Erzieher*innen wiederholend zu betrachten, zu reflektieren und Impulse zu weiteren Entwicklungsschritten zu geben.

2.3.5 Inklusive Pädagogik

 

Das Team der Kindertageseinrichtung hat sich auf den Weg gemacht, um den Gedanken der Inklusion in Ihrer Arbeit leben zu lassen. Dabei liegt das Augenmerk auf dem Erkennen und Akzeptieren von Unterschiedlichkeit und dem Bereitstellen individueller Möglichkeiten und Bedingungen, welche jedes Kind in seiner Entwicklung zu einer selbstbewussten und selbstbestimmten Persönlichkeit unterstützt. Teilhabe und Chancengleichheit für alle Kinder stellen in unserer pädagogischen Arbeit die Grundmauern da. Wir verstehen den Erziehungsauftrag nicht nur für Kinder mit und ohne Behinderung, sondern in der erweiterten Perspektive, für alle Kinder in ihrer ganzen Vielfalt von Heterogenitätsmerkmalen. 

Die Umsetzung im Tagesablauf beschreibt sich wie folgt: Jedes Kind wird individuell betrachtet und spezifisch in seiner Entwicklung begleitet und unterstützt. Es finden gruppenübergreifende Angebote für alle Kinder in Betrachtung ihres Entwicklungsstandes, sowie Interessen statt. In Gruppenkooperationen haben gemeinsame Spiel- und Aktionszeiten ihren Platz. Der Aufenthalt im Freien ermöglicht allen Kindern einen gemeinsamen sozialen Interaktionsraum. Bei Festen und Feiern werden die individuellen Besonderheiten beachtet. Im gesamten Tagesablauf erhalten alle Kinder die Möglichkeit, sich auf verschiedenen Ebenen zu beteiligen. Beispielsweise bei der Anschaffung neuer Spiel- und Beschäftigungsmaterialien, der Angebotsplanung oder der Auswahl des Mittagessens.

Die Umsetzung einer inklusiven Pädagogik ist ein immer fortwährender gesellschaftlicher Prozess. Dieser bedeutet die stete Betrachtung, Barrieren in Bildung und Erziehung für alle Kinder auf ein Minimum zu reduzieren.

2.3.6 Sprache

 

Die sprachliche Bildungsarbeit im Alltag der Kindertageseinrichtung ist essentiell für die optimale Förderung der Kinder. Gerade die Kinder deren Muttersprache nicht Deutsch ist erfahren bei uns eine gezielte Sprachförderung. Zusätzlich werden die Schwerpunkte der inklusiven Pädagogik und der Zusammenarbeit mit den Familien der Kinder näher betrachtet und im Alltag manifestiert.

 

Die sprachliche Bildungsarbeit im Alltag der Kindertageseinrichtung umfasst eine ganzheitliche Grundhaltung gegenüber den Kindern, den Eltern und den pädagogischen Fachkräften. In allen Bereichen wird daher strukturiert hinterfragt, wie kann sprachliche Bildungsarbeit stattfinden. Konkrete Schwerpunkte sind dabei:

  • Erstspracherwerb / Zweitspracherwerb
  • Professioneller Umgang mit Büchern und anderen Medien
  • Dialogische Bilderbuchbetrachtung
  • Gestaltung der Gesprächskultur im Kita-Alltag
  • Szenische Spiele und Rollenspiel
  • Früherkennung von Sprachverzögerungen und Sprachstörungen beim Spracherwerb
  • Zusammenhang von Sprache und Bewegung, Sprache und Musik
  • Bildungs- und Lerngeschichten als Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren
  • Gestaltung der Bildungsumgebung
  • Medienbildung
  • Nutzung bestehender Netzwerke
  • Kommunikationsstrategien innerhalb des Teams
  • Aspekte inklusiver Pädagogik
  • Info und Einbeziehung der Eltern zu Inhalten der alltagsintegrierten Sprachbegleitung

2.4 Aufnahme, Eingewöhnung und Übergänge

 

Das Aufnahmegespräch führt die Leiterin der Einrichtung. Die Eltern erhalten die notwendigen Formulare und werden mit der Hausordnung vertraut gemacht. Anschließend wird den Eltern die Einrichtung vorgestellt um erste Eindrücke und Informationen zu vermitteln.

Der erfolgreiche und vom Kind positiv erlebte Start in die neue Lebensphase ist die Basis für das dauerhafte Wohlbefinden des Kindes in der Kindertageseinrichtung und dem Erfolg der kindbezogenen, pädagogischen Arbeit.

 

2.4.1 Kleinkinder

 

Die Eingewöhnungszeit beträgt 4 Wochen. Am ersten Tag findet die „Kennenlernstunde“ zwischen Eltern, Kind und Erzieher*in statt. Diese Zeit wird für den Informationsaustausch, welche das Kind und die Gruppe betreffen, genutzt.

Die nächsten Tage kommt das Kind mit einem Elternteil für eine Stunde zum Spielen und Kennenlernen in die Gruppe. Während der ersten Trennungsphase ist die Bezugsperson jeder Zeit in der Kindertageseinrichtung erreichbar.

Der Aufenthalt des Kindes wird schrittweise und individuell abgestimmt und verlängert.

Während der Eingewöhnungszeit haben die Eltern und Erzieher*innen immer wieder Möglichkeiten zum Austausch, wobei Ängste und Unsicherheiten Raum haben.

In dieser Zeit ist jeweils eine pädagogische Fachkraft als stabile und vertraute Bezugsperson für das Kind zuständig. Bereits vor Start der Eingewöhnung können die Eltern mit ihrem Kind an Schnuppernachmittagen teilnehmen, sodass das Kind und die Eltern die Räumlichkeiten bereits vorab kennenlernen.

 

2.4.2 Kinder ab 3. Lebenjahr

 

Übergänge sind in der Entwicklung der Kinder sehr prägende Situationen und stellen für sie eine große Herausforderung dar. Damit die Kinder gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen, ist es unabdingbar den Übergang vorzubereiten und zu begleiten. Aus diesem Grund besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Krippengruppe und den jeweiligen Kindergartengruppen.

Vorab führen die Erzieher*innen der Gruppe ein kurzes Gespräch mit den Eltern. In diesem Gespräch werden wichtige Informationen und die weitere Vorgehensweise besprochen. Individuell, je nach Befinden des Kindes, wird für den Wechsel eine Woche anberaumt. Der Übergang in die neue Gruppe erfolgt zeitlich gestaffelt.  In Absprache mit den Kollegen wird nach der Woche entschieden, ob noch weitere Tage zur Eingewöhnung benötigt werden.

Kommt ein Kind aus einer anderen Einrichtung neu in unseren Kindergarten findet je nach Alter der Kinder eine individuelle Eingewöhnung statt. In dieser Zeit begleiten die Eltern ihr Kind. Die pädagogische Fachkraft bespricht mit den Eltern die Besonderheiten ihres Kindes. Sie unterstützt das Kind aktiv dabei, schnell Freundschaften zu schließen und sich im Alltag zurecht zu finden.

 

In unserer Kindertageseinrichtung können die Kinder in altersgemischten Gruppen, im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt, den Tagesablauf verbringen. Somit haben die Kinder, im sozialen Umgang miteinander die Möglichkeit, auf den verschiedensten Ebenen voneinander zu lernen.

Die Materialien in den Gruppeneinheiten werden den Bedürfnissen und Interessen der Kinder auf der Grundlage der Beobachtung des Spielverhaltens, sowie nach Absprache mit den Kindern, angepasst. Dabei werden diese in die Raumgestaltung einbezogen.

Der Tagesablauf unterliegt einer, den Kindern Sicherheit gebenden, Grundstruktur. Jedoch legen die Erzieher*innen auf Grund ihrer Beobachtungen, gemeinsam mit den Kindern, Themen für kleine oder große Projekte fest. Dabei ist es uns wichtig allen Kindern gleichberechtigt die Gelegenheit zur Interessens- und Themenäußerung zu geben, zu planen, zu gestalten bzw. Entscheidungen zu treffen. In der Projektarbeit bringt sich jedes Kind je nach Entwicklungsstand, Interesse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Prozess und das Finden von Lösungen und Antworten ein.

Weiterhin können die Kinder in gruppenübergreifenden Aktivitäten von jeweils zwei Kooperationsgruppen teilnehmen. Jeden letzten Tag im Monat ehren wir die Geburtstagskinder des Monats. Dabei gestaltet jeweils eine Gruppe der Kita ein kleines Programm. Unsere Vorschulkinder erleben in Vorbereitung auf die Schule viele Aktivitäten und Angebote im Vorschulclub. Zudem gestalten wir verschiedene Feste und Feiern. Ein ganzheitliches und demokratisches Bildungsverständnis spiegelt sich im gesamten Tagesablauf wieder.

 

2.4.3 Schulanfänger*innen

 

Bildung und Förderung sind grundlegende Aufgaben der frühkindlichen Betreuung unserer Kindertageseinrichtung.

Gesondertes Augenmerk wird im letzten Kita-Jahr auf einen erfolgreichen Start in die neue Lebensphase als Schulkind gelegt.

 

Eine enge Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtung, Familie und Schule trägt maßgeblich zum Gelingen eines am Kind orientierten Wechsels in die Schule bei.

In der Zusammenarbeit mit den Familien thematisieren die pädagogischen Fachkräfte in Elternabenden und Entwicklungsgesprächen die schulrelevanten Fähigkeiten ihres Kindes.

Sie stehen den Eltern bei Problemen, Wünschen und schulischen Entscheidungsfindungen beratend zur Seite.

 

Im Kita- Alltag erfolgt individuell in den Gruppen eine bewusste Gestaltung des Übergangs.

Zusätzlich vertiefen wir schulanfängerrelevante Bereiche 1x wöchentlich im Vorschulclub. Dazu stehen den Kindern spezifische lernfördernde materielle und räumliche Bedingungen zur Verfügung.

Gezielte Lernangebote werden unter Berücksichtigung der Partizipation der Kinder durchgeführt.

Dafür werden ergänzend öffentliche Angebote genutzt. Vernetzungen bestehen unter anderem zur Stadtbibliothek, Naturschutzbund, Kinder- und Jugendfilmhaus, Solaris und verschiedenen Museen.

Bei allen Aktivitäten bestärken die Erzieher*innen die Kinder in ihrer wachsenden Autonomie und in der Bewältigung alltäglicher Anforderungen sowie der Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben.

 

2.4.4 Heilpädagogisches Konzept

 

Ziel und Aufgabe der heilpädagogischen Arbeit ist die Betreuung und Förderung von Kindern, welche entwicklungsverzögert oder einer Behinderung bedroht sind.

Das multiprofessionelle Team der Einrichtung begleitet und fördert die Kinder in ihrer individuellen Entwicklung.

Die pädagogische Arbeit erfolgt in Gruppen und in einzelnen Fördereinheiten. Auf Grund der Vielfalt der Behinderungsarten und Besonderheiten eines jeden Kindes wird ganz konkret der Entwicklungsstand mit Hilfe der „Validierten Grenzsteine der Entwicklung“ festgestellt und ein Förderplan im Rahmen der Eingliederungshilfe nach ICF-CY erstellt.

 

    Lebensbereiche in der ICF-CY Förderplanformatierung

  • Die ICF-CY ist eine Dokumentation der Charakteristika von Gesundheit und Funktionsfähigkeit und ist ein einheitlich-fortlaufendes -geschriebenes Dokument zwischen den Bereichen der Pädagogik, Medizin, Gesetzgebung und Angehörigen/Betroffenen
  • hieraus ergeben sich die 9 Bereiche der Körperfunktionen, Körperstrukturen, Umweltfaktoren und Aktivitäten/Partizipation einer Person bis zum 18. Lebensjahr
  • Partizipation im Kindergarten ist die Teilhabe jedes Kindes im und am Kindergartenalltag unter Einbezug seiner individuellen Persönlichkeit, Entwicklungstendenzen, Bedürfnissen und Möglichkeiten
  • Grundlage der ICF-CY Formatierung im Förderplan ist; die Anlehnung an den sächsischen Bildungsplan, die Umsetzung der Kinderrechte durch die UNO-Kinderrechtskonvention(Art.23(1) von 1989), die Herstellung von Chancengleichheit (1994), die Erweiterung der Betreuungs- und Bildungsangebote für Alle durch das Weltbildungsforum in Dakar(2000), das grundsätzliche Recht auf Bildung trotz Behinderungen und der daraus resultierenden kindzentrierten Pädagogik, frühkindliche Bildung zur Förderung der Entwicklung und Schulfähigkeit in einer inklusiven Regelschule (Salamanca- Erklärung,2001) und die Umsetzung der Rechte von Menschen mit Behinderungen durch die UN-Konvention(2006)
  • Die Bedarfsermittlung des ICF-CY ergibt sich aus gezielten Beobachtungen am Kind und spiegelt sich in Dokumentationen seitens der Pädagogen und Reflexionen des pädagogischen Teams

                         

Eine enge Zusammenarbeit erfolgt mit den Therapeuten des Interdisziplinären Frühförderzentrums, der Terra Nova Entdeckerschule, dem Sozialamt, dem SFZ Förderzentrums und dem Sozialpädiatrischen

Zentrums in Chemnitz.

Es besteht die Möglichkeit Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie oder / und Sehfrühförderung. Dazu benötigen wir eine aktuelle Verordnung durch den Arzt.

 

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